Warum ich meine Prinzipien gebrochen habe – und das auch genau richtig war!
“Ich mache keine Studiofotos”. Das ist einer meiner Leitsätze. Denn für mich bedeutet Hundefotografie vor allem draußen sein, echte und Angestellte Momente einfangen, natürliche Emotionen zeigen. Und das Gegenteil davon sind für mich künstliches Licht, Leinwände und Plastik-Deko.
Und trotzdem stand ich vor ein paar Tagen in einem kleinen Hundesalon, zwischen Weihnachtsdekoration, Lichterkette und Plastikhintergrund. Warum? Weil eine Herzensangelegenheit in diesem Fall wichtiger war als meine Prinzipien. Weil es nicht um mich ging, sondern um die Tiere. Und um das, was wir gemeinsam bewirken können.
Heute erzähle ich dir, wie es dazu kam und warum mir dieser Bruch meiner Prinzipien besonders wichtig war. Auf geht’s ⬇️
1️⃣ Tierschutz, Weihnachten und Fotos für den guten Zweck
Vor ein paar Monaten bekam ich eine Anfrage für ein Event, die mich sofort begeistert hat: bei einem Charity-Event zugunsten des Tierheims Duisburg wurde noch ein Hundefotograf gesucht und ich sollte diese Rolle übernehmen und so Teil des Eventprogramms sein. Dafür würde ich einen Raum in einem Hundesalon bekommen, um weihnachtliche Fotos für die Besuchenden zu machen. Ein Teil des Erlöses dieser Mini-Fotosessions würde dann direkt als Spende an das Tierheim gehen. Mein erster Gedanke: “Was für ein tolles Event. Aber, Studiofotos…?”
Der Gedanke in dem Salon eine weihnachtliche Kulisse aufzubauen, Lichterkette, Kuscheldecken und Co und mittendrin die Hunde, die ich fotografieren sollte. Das ist für jemanden wie mich, der sich auf natürliche Outdoor-Fotografie spezialisiert hat, ein kleiner Kulturschock.
Und dennoch habe ich sofort zugesagt. Warum? Weil es hier nicht um mich oder meine Einstellungen geht. Weil es hier um das Tierheim Duisburg, weil es hier um Tiere geht, die in einer Notlage sind und Hilfe brauchen. Da ist es ja eine Ehrensache das Tierheim zu unterstützen, wo ich regelmäßig miterleben darf, mit wieviel Liebe und Herzblut dort gearbeitet wird.
Tja und so kam es also zu einer Situation, sie so gar nicht typisch “Wildpawsphoto” ist. Aber auf dem zweiten Blick dann vielleicht doch typischer, als ich anfangs dachte.
Der Flyer des tollen Events, bei dem ich mitwirken durfte
2️⃣ Wie es dann wirklich war
Ich gebe zu: ich war schon richtig aufgeregt, als ich mich auf den Weg zum Event gemacht habe. Immerhin habe ich so eine Art Fotoshootings vorher noch nie gemacht. Auf der Fahrt gingen mir so einige Fragen durch den Kopf: “Wird es sich komisch anfühlen für mich?”, “Bekomme ich überhaupt halbwegs gute Fotos hin?”, “Wird es sehr stressig für die Hunde?” oder auch “Werden überhaupt Leute kommen, um ihre Hunde fotografieren zu lassen?”.
Als meine Kulisse dann aufgebaut war und ich auf den ersten Termin gewartet habe, kreisten mir die Gedanken förmlich durch den Kopf. Als dann aber der erste Hund, die süße Candy, durch die Tür kam, war es, als hätte sich ein Schalter umgelegt. Plötzlich war ich mit der kleinen, süßen Hundedame komplett in meinem Element und wir haben die ersten Session gemeinsam durchgezogen.
Danach ging es plötzlich Schlag auf Schlag. Die Organisatorin, die liebe Iris, und ich hatten so mit zehn bis zwölf Terminen gerechnet. Am Ende des Tages würde ich dreißig (!) Mini-Shootings in sechseinhalb Stunden gemacht haben. Es waren mehr Anfragen vor Ort, als ich hätte abdecken können. Dabei habe ich viele tolle Hunde und ihre Menschen kennengelernt, viel gelacht und auch die ein oder andere Hundezunge durchs Gesicht bekommen 😀 Und genauso bewegende Momente gehabt. Wie den einen Seniorhund, mit mehrfachen Krankheiten, von dem sich seine Besitzerin noch einmal Fotos gewünscht hat. Ein kleiner Gänsehautmoment an diesem Tag.
3️⃣ Prinzipien vs. Herzenssache
Ja, ich habe an diesem Tag gegen mein eigenes Prinzip verstoßen. Und, ganz ehrlich: ich würde es jederzeit wieder tun!
Denn wichtiger als die Frage wo ich fotografiere ist ja warum ich fotografiere. Mein Grundsatz, keine Studiofotos anzubieten, war nie ein Marketing-Gag oder eine Abgrenzung um der Abgrenzung willen. Es war und ist meine Haltung. Denn ich will echte Momente zeigen und das stressfrei für die Hunde, die ich begleiten darf. Und beides kann man im Studio - aus meiner Sicht - eben nicht erreichen. Außerdem kann man nur draußen seiner Kreativität so richtig freien Lauf lassen, auch, wenn es komplexer ist draußen zu fotografieren, als im Studio mit gleichbleibendem und einstellbarem Licht.
Und auch, wenn die Kulisse bei diesen Foto-Shootings gestellt war, so gab es zwei Dinge, die komplett echt waren: die Liebe zwischen Mensch und Hund, die ich erleben durfte und die Freude auf dem Gesicht der Menschen. Eben die kleinen Momente und Details, die meinen Job zu besonders machen.
Aus diesem Event nehme ich für mich mit, dass Prinzipien wichtig sind. Man darf diese aber auch flexibel auslegen, wenn es wiederum einer Sache dient, die wichtiger ist, als das eigene Ego. Ein kleiner Regelbruch, der etwas Schönes und Großes bewirkt. Genau das ist an diesem Tag passiert. Allein durch meine Mini-Fotoshootings sind an dem Tag über 300€ zusammengekommen, die ich an das Tierheim Duisburg gespendet habe. Und darauf bin ich wirklich stolz!
4️⃣ Ein paar Einblicke in die Weihnachts-Shootings
Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte. Also hier ein paar Auszüge und Beispiele von meinen Fotoshootings beim Charity-Event.
5️⃣ Fazit und Abschluss
Dieses Event, dieser Tag hat mir wieder gezeigt, warum ich tue, was ich tue. Weil es eben nicht nur um Bilder geht. Mir geht’s um Begegnungen, um Erlebnisse. Um Geschichten die berühren und darum, etwas Gutes zu tun. Und manchmal muss man eben auch über die eigenen Grenzen hinausgehen, wenn man etwas bewegen will.
So bin ich einfach total dankbar, dass ich ein kleines Puzzleteil in diesem tollen Event sein durfte. Dankbar auch für all die lieben Hunde und Menschen, die nicht nur Fotos von ihren Hunden mitgenommen, sondern auch etwas zurückgegeben haben. Die etwas für das Tierheim Duisburg gegeben haben und damit für die Tiere, die es am meisten brauchen. Für mich steht fest: ich werde weiterhin meine Prinzipien brechen, wenn ich damit etwas Gutes tun kann. Und das mit voller Freude und Überzeugung.
Lust auf ein echtes Fotoerlebnis? Vielleicht sogar als Geschenk?
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Beitrag zu legen. Wenn du jetzt besondere Erinnerungen für dich und deinen Hund schaffen willst, ganz entspannt an eurer Lieblingslocation, dann lass uns sprechen.
Egal ob für dich oder als schönes Weihnachtsgeschenk für einen lieben Menschen: ein Outdoor-Fotoshooting mit deinem Hund bei mir ist mehr als nur ein Termin. Ein besonderes Erlebnis und du tust etwas Gutes. Denn einen Teil meiner Erlöse spende ich von Anfang an an das Tierheim Duisburg 🫶🏻. Ich freue mich auf euch!