Warum ich nicht mit der Vergänglichkeit deines Hundes werbe

Ein Paar genießt einen schönen Moment an einem See mit ihren Hunden. Das Foto entstand bei einem Outdoor Fotoshooting

Dieser Artikel heute ist ein wenig anders, als meine vorangegangenen Blogbeiträge. Heute möchte ich mit dir über ein Thema sprechen, das mir in letzter Zeit immer wieder begegnet ist und dir dabei erklären, warum ich mich ganz bewusst anders entschieden habe. Aber eins nach dem anderen.

Vor kurzem war ich in einem Webinar für Hundefotograf:innen. Der Titel klang interessant, das Webinar war kostenlos, also habe ich mich angemeldet. Irgendwann kamen wir dann auf das Thema Verkaufen. Genauer gesagt ging es darum, wie wichtig es im Marketing sei, Inhalte, Messages und Aufrufe “emotional aufzuladen”, um mehr Buchungen zu erhalten.

Und dann kam es zu einem Punkt, der mir im Kopf geblieben ist. Vielleicht auch deswegen, weil ich diesen Punkt auf so vielen Instagram-Profilen und Websites von Hundefotograf:innen wiederfinde.

Die Botschaft, die ich überall lese

Wenn man sich die Websites vieler Hundefotograf:innen anschaut, dann findet man solche oder ähnliche Formulierungen immer wieder:

❝ Unsere Hunde begleiten uns nur einen Teil unseres Lebens.”
❝ Mensch & Hund - Fotos für die Ewigkeit.“
❝ Deswegen wollen wir die zu kurze Zeit, die wir mit ihnen verbringen dürfen, nicht nur in vollen Zügen genießen, sondern auch dafür sorgen, dass wir sie nie mehr vergessen werden.”

❝ […] bleibende Erinnerungen, die zeitlos sind […]

Das sind vier echte Formulierungen von Instagram-Profilen oder Websites von Hundefotograf:innen. Und genau um diese Art von Botschaften soll es heute gehen. Um das, was in solchen Sätzen mitschwingt. Und darum, warum viele Marketing-Strategien genau empfehlen, mit solchen Gedanken zu arbeiten.

Vielleicht fragst du dich jetzt: “Aber warum wird empfohlen, mit solchen Botschaften zu arbeiten?”.

Die Antwort ist, dass die Botschaften und vor allem ihr Subtext etwas berühren, was nicht nur wir Hundemenschen kennen: die Gewissheit der Vergänglichkeit. Das Wissen, dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem wir Abschied nehmen.

Warum diese Gedanken bei vielen Menschen wirken

Okay, dass war ein ganz schöner Downer. Sorry – aber ich musste das einmal aussprechen, um dir meine Gedanken und meine Entscheidung dazu zu erklären.

Lass uns deshalb noch einmal kurz einen Schritt zurückgehen und auf die nüchterne Theorie schauen. Denn wenn man versteht, warum solche Botschaften im Marketing funktionieren, wird auch klar, warum sie so häufig verwendet werden.

Denn sie sprechen etwas an, das tief in uns allen sitzt.

Unsere Hunde begleiten uns durch viele Jahre unseres Lebens. Wir erleben den Alltag zusammen, wir erleben Urlaube und andere schöne Momente. Wir gehen im Regen spazieren, wenn die Sonne scheint oder es schneit. Über die gemeinsame Zeit wachsen wir zusammen, lernen uns kennen und werden eine Einheit. Aus einem Haustier wird ein Familienmitglied - und manchmal sogar mehr. Ein richtiger Seelentröster und ein Partner in Crime.

Genau diese emotionale Bindung sorgt dafür, dass uns der Gedanke an die Vergänglichkeit so stark berührt. Wenn wir daran erinnert werden, dass diese gemeinsame Zeit begrenzt ist, löst das viel in uns aus. Oft auch den Wunsch, diese Zeit besonders bewusst zu erleben. Momente festzuhalten, oder eben: Erinnerungen zu schaffen, die bleiben.

Und genau an diesem Punkt setzt diese Marketingstrategie an. Denn im Vertrieb und Marketing weiß man: Wir Menschen treffen Entscheidungen – stark vereinfacht gesagt – meist aus zwei Gründen:

  1. Lustgewinnung oder

  2. Schmerzvermeidung

Lustgewinnung bedeutet, dass wir Dinge tun, die uns Freude bereiten: Reisen, gutes Essen, Konzerte, besondere Erlebnisse. Also alles Dinge, die sehr positive Emotionen auslösen. Schmerzvermeidung dagegen beschreibt Entscheidungen, die uns vor negativen Erfahrungen schützen sollen – zum Beispiel Versicherungen oder Gesundheitsvorsorge. Diese Entscheidungsmotivation löst vor allem stark negative Emotionen aus, was oftmals aber der stärkere Faktor für Entscheidungen ist.

Die oben genannten Formulierungen spielen genau mit diesem zweiten Mechanismus. Sie transportieren eine Botschaft, ohne sie direkt auszusprechen: Halte diese wertvolle Zeit fest, solange sie noch da ist. Denn irgendwann ist sie vorbei.

Ich habe über fünfzehn Jahre im Vertrieb und Marketing gearbeitet und in dieser Zeit viel über Strategien gelernt, mit denen Emotionen gezielt angesprochen werden, um Entscheidungen auszulösen.

Und genau deshalb kann ich auch gut nachvollziehen, warum diese Art der Kommunikation so häufig genutzt wird.

Eine Frau sitzt mit ihrem kleinen Mischling auf einer Wiese und lächelt den Hund sanft an, während der Hund ihr seine Pfote in die Hand legt bei einem Fotoshooting im Februar 2026.

Warum ich mich bewusst anders entschieden habe

Ich habe mich ganz bewusst gegen diese Art des Marketings entschieden, auch wenn ich sehr gut verstehen kann, warum sie so gut funktioniert.

Und bevor das falsch verstanden wird: Es geht mir dabei nicht darum, andere Fotograf:innen zu kritisieren. Jede Person findet ihren eigenen Weg, über ihre Arbeit zu sprechen und ihre Angebote zu kommunizieren.

Für mich persönlich fühlt sich ein anderer Fokus einfach stimmiger an.

Mal ganz ehrlich: natürlich ist die Zeit mit unseren Hunden begrenzt. Das wissen wir Hundemenschen und daran müssen wir nicht erinnert werden. Und viele wollen auch ganz bewusst nicht an diesen Gedanken erinnert werden. Weil er ihnen Angst macht oder heftige Gefühle auslöst.

Und genau deswegen fühlt es sich für mich nicht richtig an, mit dieser Vergänglichkeit zu arbeiten, um Menschen zu einem Fotoshooting zu bewegen. Denn für mich geht es bei meiner Arbeit um was anderes.

Es geht mir nicht darum, Erinnerungen für irgendwann in der Zukunft zu schaffen, in der der Hund nicht mehr ist. Mir geht’s darum, die Zeit zu feiern, die wir jetzt gerade miteinander haben. Die gemeinsamen Spaziergänge, die kleinen aber besonders schönen Momente, das gemeinsame Wachsen und Lernen. Einfach die besondere Verbindung zwischen Mensch und Hund.

Daher geht es bei mir nicht um ein klassisches Fotoshooting oder darum, etwas festzuhalten, dass irgendwann nicht mehr da ist. Wir ziehen zusammen los, weil jetzt gerade schöne Dinge passieren und wir diese zusammen feiern.

Für mich gehts es um das Jetzt

Wenn ich mit Menschen und ihren Hunden unterwegs bin, passiert meistens etwas ganz anderes als das, was viele sich unter einem Fotoshooting vorstellen.

Wir beginnen nicht damit, sofort Bilder zu machen. Wir laufen erst einmal ein Stück gemeinsam. Dein Hund schnuppert dann entspannt und lernt die Umgebung kennen, schaut sich um, merkt langsam, dass da jemand mit Kamera dabei ist, der eigentlich ganz entspannt wirkt.

Nach ein paar Minuten wird aus der ungewohnten Situation einfach ein Spaziergang. Und genau jetzt passiert etwas Spannendes. Die Menschen entspannen sich, die Hunde werden neugierig und plötzlich entstehen kleine Situationen, die man gar nicht planen kann.

Der eine süße Blick zwischen dir und deinem Hund, die Streicheleinheiten in einem innigen Moment und die Reaktion, die sie bei deinem Hund hervorruft. Eure Blicke, wenn ihr beide den Moment genießt und alles um euch herum vergesst.

Und das ist genau das, worum es für mich eigentlich geht. Darum, dass ihr bewusst Zeit miteinander verbringt und die Welt solange einfach mal auf Pause bleibt. Einfach mal die Zeit genießen, die ihr jetzt gerade habt.

Ein Paar sitzt mit seinem Hund auf der Bank und genießt einen lustigen Moment in dem der Hund seine Zunge ausstreckt. Das Bild entstand bei einem Outdoor Fotoshooting für Mensch-Hund-Teams, Januar 2026.

Weil die schönsten Bilder aus Momenten entstehen - nicht aus Angst

Wenn ich mir meine Lieblingsbilder aus den letzten Jahren ansehe, dann sind sie nie aus perfekt geplanten Situationen entstanden. Das sind keine Bilder, in denen der Hund akkurat sitzt und in die Kamera schaut.

Die Bilder, die mich berühren, die entstehen aus Momenten, die nicht geplant werden können. Ein spontanes Lachen, weil gerade etwas schief gegangen ist, ein kurzer Blick oder der Hund, der sich kurz an seinen Menschen anlehnt und das Kraulen genießt. Das kannst du nicht erzwingen oder planen.

Aber ich kann den Raum dafür schaffen, dass diese Momente überhaupt entstehen können.

Genau deshalb fühlen sich meine Fotorunden wie gemeinsame Spaziergänge an und nicht wie Fotoshootings. Kein Zeitdruck, keine starren Abläufe und ohne den Anspruch, dass irgendwas oder irgendwer funktionieren muss.

Denn ich finde: wenn zwei Lebewesen bewusst Zeit miteinander verbringen, dann passiert etwas ganz Natürliches: die Verbindung zwischen ihnen wird sichtbar. Und genau dann entstehen die besonderen Bilder, die wirklich bedeutsam sind.

Vielleicht ist genau das der Unterschied

Natürlich sind Fotos am Ende auch immer eine Form der Erinnerung. Und bestimmt werden diese Erinnerungen noch wertvoller, als sie es heute schon sind. Weil Fotos die Kraft haben, Emotionen zu speichern und sie auch wieder hervorzurufen.

Mir geht es daher um die Motivation, eine Fotosession mit deinem Hund zu buchen. Und die soll maximal positiv sein! Denn nur dann wirst du, werdet ihr die gemeinsame Zeit auch maximal genießen. Und das wiederum ist die beste Grundlage, damit am Ende die schönsten Fotos und Videos entstehen.

Denn aus eurer gemeinsamen Zeit, aus eurer Nähe, aus euren Momenten entstehen die schönsten Motive, die ich dann für euch fotografiere.

Vielleicht ist das genau der Unterschied in meiner Arbeit. Ich will dich nicht daran erinnern, dass eine gewisse Zeit irgendwann vorbei sein wird. Ich will dich lieber dran erinnern, das Jetzt zu feiern und bewusst zu erleben, was schnell untergeht in unserer schnellen und lauten Welt.

Und wenn dabei Bilder entstehen, die euch einfach so zeigen, wie ihr seid - dann haben sie ihre wichtigste Aufgabe schon erfüllt.


Wenn das auch deinem Vibe entspricht und du jetzt Lust hast, das Jetzt und die schönen Momente mit deinem Hund zu feiern, dann findest du hier mehr Informationen zu meinen Erlebnis-Fotoshootings.

Über den Autor:

Pascal Wieczorek - Hundefotograf aus Duisburg, NRW

Ich bin mit Leib und Seele Fotograf und liebe es, Menschen und ihre Hunde mit meiner Kamera zu begleiten. Dabei geht es für mich nicht um Posen oder gestellte Perfektion. Mir ist es wichtig, meinen Kund:innen eine tolle und intensive Zeit mit ihrem Hund zu ermöglichen und dabei die schönste Momente fotografisch festzuhalten. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass bewusst verbrachte Zeit mit dem eigenen Hund das beste Gegenmittel zu unserer lauten Welt ist.

Außerdem bin ich aktiv und engagiert im Tierschutz und spende einen festen Teil meiner Einnahmen an das Tierheim Duisburg.

Weiter
Weiter

Warum ein Fotoshooting mehr sein sollte als eine schöne Kulisse