Zwei Jahre Wildpawsphoto: was sich verändert hat und was geblieben ist.
Am 1.4.2024 habe ich eine Entscheidung getroffen: Ich habe mein Gewerbe angemeldet. Nach gut einer Stunde und ein paar Nerven, die ich gelassen hatte, war die Anmeldung durch. Ich hatte online mein Unternehmen gegründet.
Was anfangs als kreativer und sinnhafter Ausgleich zu meinem Hauptjob gedacht war, ist heute mein Leben. Seit September 2025 ist Wildpawsphoto nicht mehr nur mein Nebengewerbe. Es ist mein Leben.
Heute nehme ich dich mit in meinen Kopf und teile mit dir, was ich in den letzten zwei Jahren gelernt habe. Was sich verändert hat, was sich nicht verändert hat. Und natürlich auch ein paar meiner Highlights.
Bereit? Dann los ⬇️
1️⃣ Wie alles begann.
Etwa drei Monate vor der Anmeldung meines Gewerbes fand ein für mich schicksalshafter Tag statt: der Tag meines ersten Fotoshootings im Tierheim Duisburg. Hier entdeckte ich nicht nur meine Leidenschaft für die Hundefotografie, sondern hier lernten wir auch unsere Syra kennen. In doppelter Hinsicht also ein Moment, der vieles auf den Kopf gestellt hat 😍
Und durch diesen Moment geriet ins Rollen, was mich dazu gebracht hat, heute diese Zeilen zu schreiben. Verrückt, wie das Leben seine Wege geht, oder?
Wenn du mehr zum Anfang meiner Laufbahn als Tierfotograf lesen willst, kannst du dir meinen passenden Beitrag bei Instagram ansehen.
2️⃣ Was damals noch anders war
„Aller Anfang ist schwer.“ Die Redewendung kennst du sicher. Seit meiner Entscheidung, mich nebenberuflich selbstständig zu machen, kann ich gut nachvollziehen, was damit gemeint ist 😀. Denn ich hatte ja gar keinen Plan, wie ich am besten vorgehe.
Also habe ich das getan, was viele in der Situation machen: Ich habe geschaut, was andere Fotograf:innen so machen, und habe mir daraus mein eigenes Business „gepuzzelt“. Und bin dabei in alle Fallen getappt, in die man fallen kann: Der Ablauf meiner Sessions war nicht wirklich durchdacht, die Preise viel zu niedrig, eine klare Strategie gab es nicht. Auch meine Fotos sahen damals noch anders aus.
Doch mit jeder weiteren Fotosession habe ich viel gelernt. Nicht nur technisch oder in der Bildbearbeitung. Vor allem habe ich gelernt, was mir Spaß macht, was mir leicht von der Hand geht und wo sich in mir etwas sträubt – Dinge, die mich hemmen oder einfach nicht funktionieren.
Was mir hier geholfen hat? Zum Einen Selbstreflektion und mit Freunden und meine Frau zusammen reflektieren. Und dann gab es da noch Sina.
Sina ist ebenfalls Tierfotografin und ich habe sie über Instagram kennengelernt. Zum Start meiner Überlegungen, ein Gewerbe zu gründen, habe ich einfach mal zehn bis fünfzehn Fotograf:innen angeschrieben, deren Stil mir gefiel und die schon deutlich weiter waren als ich. Ich habe gefragt, ob sie Tipps für mich haben oder ob ich sie mal begleiten dürfte.
Sina war die Einzige, die sofort bereit war, mir zu helfen. Sie hat mir Feedback gegeben, mich unterstützt und mir Einblicke gewährt. Irgendwie ein Trauerspiel für die Branche, in der ich heute arbeite, in der ein echtes Miteinander eher selten ist.
Am Ende aber gar nicht schlimm – denn genau diese Unterstützung war das, was ich gebraucht habe. Und bis heute tauschen wir uns aus. Dafür bin ich wirklich dankbar.
Vergleich meiner Bilder vom Start vor zwei Jahren (links) und heute (rechts).
3️⃣ Was ich in den letzten zwei Jahren gelernt habe
Nicht nur meine Fotos haben sich verändert – mein gesamtes Konzept ist heute ein anderes.
Denn während ich anfangs viel von außen übernommen habe, habe ich mit jedem Shooting gespürt, dass mich bestimmte Dinge einengen. Dass sie mich bremsen. Dass ich meiner Kreativität keinen Raum gebe.
Gleichzeitig habe ich viel über Hunde und ihre Körpersprache gelernt. Und über mich selbst. Mit der Zeit kam Sicherheit dazu.
All das hat dazu geführt, dass sich meine Arbeit Stück für Stück verändert hat. Weg von „Ich mache, was alle machen“ – hin zu dem, was heute Wildpawsphoto ist.
Hier ein paar Dinge, die geblieben sind:
Weg mit dem Zeitlimit. Der Horror jedes Business-Coaches 😀. Ich habe mich bewusst entschieden, ohne Zeitlimit zu arbeiten. Weil es mich gehemmt hat, ständig auf die Uhr zu schauen. Ich will keine Stoppuhr. Ich will genießen, was ich tue.
Der Hund gibt den Ton an. Von Anfang an stand für mich fest: Bei mir gibt es keine Studiofotos. Keine Verkleidungen. Keine lustigen Accessoires. Ich will so arbeiten, dass dein Hund sich wohlfühlt. Und das bedeutet, genau hinzuschauen. Zu merken, was gerade geht – und was nicht. Und beides ist okay.
Die Besten Bilder entstehen nicht wenn man sie erzwingt. Ich arbeite bewusst ohne große Anweisungen oder feste Posen. Gerade bei Mensch-Hund-Fotos halte ich mich zurück. Ich gebe Raum, damit Dinge entstehen können. Ungescriptete Momente sind für mich die schönsten. Und am Ende auch die stärksten Bilder.
Ruhe bewahren. Akku leer, Hund dreht auf, plötzlich Regen. Es kann so viel passieren. Früher hat mich das gestresst. Heute bleibe ich ruhig, vertraue auf das, was ich kann, und improvisiere. Und wenn wir am Ende im Regen tanzen – dann ist das vielleicht genau der Moment, der bleibt 🙃😉
Die Arbeit mit Tieren erfüllt mich. Das habe ich ziemlich schnell gemerkt. Draußen unterwegs sein, mit Hunden arbeiten, echte Begegnungen erleben – das ist genau mein Ding.
4️⃣ Was sich nicht verändert hat
Es gibt auch Dinge, die seit Anfang an gleich geblieben sind.
Zum Beispiel das ausführliche Vorgespräch. Zum Beispiel das ausführliche Vorgespräch. Für mich ist das der Start von allem. Ich habe schon oft gehört, wie ungewöhnlich es ist, dass ich mir so viel Zeit nehme – noch bevor überhaupt klar ist, ob wir zusammenarbeiten. Für mich gehört genau das dazu. Und das wird auch so bleiben.
Auch mein Fokus auf den Tierschutz ist unverändert. Ich spende weiterhin einen Teil meiner Einnahmen an das Tierheim Duisburg. Dazu kommt die Zusammenarbeit mit dem Lebenshof Land of Healing in der Lüneburger Heide. Und aktuell bin ich noch mit einer weiteren Organisation im Austausch.
Dieser Teil meiner Arbeit ist mir unglaublich wichtig. Daraus ziehe ich viel Energie und Sinn. Und ja – auch Dankbarkeit. Auch wenn das vielleicht ein bisschen cheesy klingt 😀.
Ich beim Fotoshooting für den Lebenshof Land of Healing. Foto: Land of Healing.
5️⃣ Eine kleine Auswahl an Momenten, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind
In den letzten zwei Jahren gab es wirklich viele Highlights, so dass es gar nicht so leicht ist, mich hier auf vier Geschichten zu beschränken. Ich versuche es dennoch (ich gebe zu, eigentlich stand hier vorher ich beschränke mich auf drei Geschichten. Da ich aber schon körperliche Schmerzen habe, mich auf vier zu beschränken, habe ich mich entschlossen eine Story mehr zu teilen 😀):
Ich durfte einige Hunde auf ihrer letzten Runde begleiten. Diese Begegnungen waren jedes Mal besonders. Whisper war einer davon. Was mich hier berührt hat, war die Ruhe und die Liebe zwischen ihm und seiner Besitzerin Jessica. Es war klar, wie besonders dieser Moment ist. Und obwohl sie wussten, dass das die vielleicht letzte gemeinsame Lieblingsrunde ist, gab es keine Traurigkeit, sondern nur Freude, Spaß und eine tolle gemeinsame Zeit. Einen Tag später musste Jessica ihren Whisper leider gehen lassen.
Die Fotosession auf dem Lebenshof Land of Healing war etwas ganz Besonderes. Dieser Ort hat eine ganz eigene Atmosphäre. Das festhalten zu dürfen war einfach schön. Und hat dazu geführt, dass Kati und ich den Verein heute auch aktiv unterstützen.
Mein erstes Produktshooting – mit unseren eigenen Hunden und Tierheimhunden. Ein Projekt, das richtig Spaß gemacht hat und gleichzeitig etwas Gutes bewirkt hat.
Und dann die vielen Momente rund um das Tierheim Duisburg. Einer davon: ein Shooting auf einem Recyclinghof für einen Firmenkalender eines Unternehmens, dass das Tierheim unterstützt. Eine ungewöhnliche Location, besondere Begegnungen und eine richtig gute Zeit.
6️⃣ Und jetzt?
Vielleicht fragst du dich genau das gerade: Wie geht es weiter nach zwei Jahren Wildpawsphoto?
Die Antwort: genau so und noch viel mehr 🙃. Ich habe das Gefühl, immer mehr bei mir anzukommen. In dem, was ich tue. In der Art, wie ich arbeite. Ich liebe es, mit Menschen und ihren Hunden unterwegs zu sein. Geschichten zu hören. Momente zu erleben. Zu sehen, was zwischen Mensch und Tier passiert.
Und genau das will ich weiter machen.
Noch mehr solcher Begegnungen. Noch mehr gemeinsame Zeit draußen. Noch mehr Geschichten.
Meine Leidenschaft und Liebe für die Fotografie, für Tiere und den Tierschutz ausleben zu dürfen ist ein absoluter Traum. Daher will ich noch mehr Gutes tun. Helfen, noch mehr Hunden eine zweite Chance zu ermöglichen. Noch mehr Spenden sammeln. Noch mehr Tiere schützen. Denn das ist es, was mich erfüllt und mich antreibt.
Die Rechnung ist einfach: je mehr Kund:innen ich begleiten darf, je mehr Tieren helfen wir gemeinsam. Wenn jeder Erfolg auch immer etwas Gutes für Tiere in Not bedeutet, dann gibt es für mich keine bessere Motivation, um jeden Tag mein Bestes zu geben und weiterzumachen.
Wenn das auch deinem Vibe entspricht und du jetzt Lust hast, das Jetzt und die schönen Momente mit deinem Hund zu feiern, dann findest du hier mehr Informationen zu meinen Erlebnis-Fotoshootings.
Über den Autor:
Pascal Wieczorek - Hundefotograf aus Duisburg, NRW
Ich bin mit Leib und Seele Fotograf und liebe es, Menschen und ihre Hunde mit meiner Kamera zu begleiten. Dabei geht es für mich nicht um Posen oder gestellte Perfektion. Mir ist es wichtig, meinen Kund:innen eine tolle und intensive Zeit mit ihrem Hund zu ermöglichen und dabei die schönste Momente fotografisch festzuhalten. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass bewusst verbrachte Zeit mit dem eigenen Hund das beste Gegenmittel zu unserer lauten Welt ist.
Außerdem bin ich aktiv und engagiert im Tierschutz und spende einen festen Teil meiner Einnahmen an das Tierheim Duisburg.